Trondheim

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Wappen Karte
Bild:Trondheim_komm.png Bild:Trondheim_kart.png
Basisdaten
Regierungsbezirk: Sør-Trøndelag
Fläche: 342 km²
Einwohner: 162.652 (01.04.2007)
Bevölkerungsdichte: 476 Einwohner je km²
Höhe: 3 m ü. NN
Geografische Lage: Koordinaten: 63° 26' 24" N, 10° 24' 00" O63° 26' 24" N, 10° 24' 00" O
Offizielle Website: trondheim.kommune.no
Politik
Bürgermeister: Rita Ottervik (Ap)
Trondheim auf der Karte von Norwegen
Trondheim
Trondheim
Lage der Stadt in Norwegen.


Die Stadt Trondheim (deutsch früher Drontheim) liegt im Bezirk Sør-Trøndelag in Norwegen und ist mit 162.652 Einwohnern (Stand: 01. April 2007) die drittgrößte Stadt des Landes. Sie liegt an der Mündung des Flusses Nidelva in den Trondheimsfjord, ca. 70 km vom offenen Meer entfernt.

Die höchste Erhebung ist Storheia mit 565 m. Die Synagoge von Trondheim ist die nördlichste der Welt.

Trondheim ist auch der Name der Kommune, die das Stadtgebiet umfasst.

Inhaltsverzeichnis

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Name [Bearbeiten]

Trondheims Hafen am Bahnhof
Trondheims Hafen am Bahnhof
Trondheim
Trondheim
Nidaros-Dom (1857)
Nidaros-Dom (1857)
Fassade des Nidarosdoms
Fassade des Nidarosdoms

Im Mittelalter hieß die Stadt Nidaros (os „Mündung“ des Flusses Nid, heute Nidelva). Im Spätmittelalter verbreitete sich der Name Kaupangen i Trondheimen ("Handelsplatz in Trondheim"), was in der offiziell gebräuchlichen dänischen Sprache zu Trondhjem verkürzt und danisiert wurde.

Seit Erlangung der vollständigen norwegischen Unabhängigkeit (1905) bemühten sich nationalistische Kreise überall im Land darum, dänische Namen durch die mittelalterlichen norwegischen Formen zu ersetzen (siehe: Oslo).

Auf Betreiben des Kulturvereins Noregs Ungdomslag („Norwegische Jugendgruppe“) verabschiedete das norwegische Parlament schließlich ein Gesetz, wonach der Stadtname auf den 1. Januar 1930 in Nidaros zurückbenannt wurde. Diese ohne Einbindung der direkt Betroffenen vollzogene Umbenennung führte in Trondheim zu einem Proteststurm bei Bevölkerung und Stadtregierung. Daraufhin sah sich das Parlament gezwungen, seine ursprüngliche Entscheidung zu modifizieren, und stimmte einem Kompromissvorschlag des Trondheimer Kaufmanns Ivar Lykke zu. Statt des dänischen Namens Trondhjem plädierte Lykke für die norwegisierte Form Trondheim (mit dem für das Nynorsk typischen Diphthong -ei). Dieser Name gilt offiziell seit dem 6. März 1930, doch ist bis heute auch das ältere Trondhjem in Gebrauch.

Geschichte [Bearbeiten]

Trondheim wurde im Jahre 997 vom Wikingerkönig Olav I. Tryggvason gegründet. Anschließend war die Stadt Sitz des Königs und somit Hauptstadt Norwegens. König Olav II. Haraldsson „der Heilige“ starb 1030 in Trondheim. Um das Jahr 1000 lebte Leif Eriksson, einer der Entdecker Amerikas, für ein Jahr als Mitglied der Prätorianergarde König Olavs in Trondheim.Um 1025 wurde das Adelsgeschlecht derer von Nidaros (später Trondheim) aus einer Nebenlinie der Jarlefürsten gegründet. Der erste Fürst von Nidaros (Trondheim) war Gundolf Sohn des Arvid.

1152 sandte Papst Anastasius IV. den Kardinalbischof Nikolaus Breakspear als Bevollmächtigten nach Norwegen. Dort errichtete dieser in Nidaros eine norwegische Kirchenprovinz mit einem Erzbischof. Es ist anzunehmen, dass dafür ein längerer diplomatischer Vorlauf nötig war. Die Quellen berichten lediglich, dass sich König Sigurd Jorsalfari für die Schaffung eines Erzbistums in Norwegen eingesetzt habe. Norwegen war in 4 Bistümer aufgeteilt, hinzu kamen die Bistümer auf den Färöern und auf Grönland. Außerdem konnte sich die Kirche durch die Einführung des Kirchenzehnten auf eine stabile finanzielle Grundlage stützen. Unter Sigurd und seinen Brüdern war es zu einer religiösen Erneuerungsbewegung gekommen, während dieser viele Klöster gegründet wurden.

Diese wiederum brachten die Strömungen der kontinentaleuropäischen Reformbewegungen nach Norwegen. Nikolaus Breakspeare war selbst Augustiner. Der Bestätigungsbrief des Papstes stammt vom 30. November 1154, wann allerdings Nikolaus Breakspeare das Erzbistum gründete, ist nicht genau zu ermitteln. Es war entweder im Herbst 1152 oder in der ersten Hälfte des Jahres 1153. Erster Erzbischof wurde Jon Birgisson. Zur Weihe des Erzbischofs kamen die drei Könige, die Bischöfe des Landes und die vornehmsten Vertreter aller Landesteile und Bistümer, so dass daraus auch eine Kirchen- und Reichsversammlung wurde, die als Muster für spätere Reichsversammlungen und -synoden diente.

Nach König Olavs Tod pilgerten viele zum Totenschrein des heiligen Königs. Die Stadt wuchs und wurde zur reichsten und größten Stadt des Landes. Durch die Reformation endeten die Pilgerzüge, der Schrein wurde vernichtet, und Kirche und Kloster wurden aufgehoben.

Mehrmals brannte die Stadt ab, im Jahre 1681 wurde so die gesamte Altstadt vernichtet. Christian V. ließ darauf eine neue Stadt anlegen. Als Vorbild galt Versailles, vom Marktplatz gingen breite Straßen in alle Richtungen. Außerdem wurden Festungsanlagen gebaut. Die Altstadt Trondheims liegt auf einer Halbinsel, die auf drei Seiten vom Fluss und auf einer Seite vom Fjord begrenzt wird. Durch diese günstige, leicht zu verteidigende Lage und den natürlichen Hafen der Flussmündung konnte sich die Stadt zu einem blühenden Handelszentrum der Region entwickeln. Im 17. Jahrhundert wurde die Flussmündung durch einen Erdrutsch für die meisten Schiffe zu flach und ist heute nur noch im untersten Bereich befahrbar.

Ende des 18. Jahrhundert wuchs die Stadt weiter. Grund war der Anschluss an das norwegische Eisenbahnnetz (1877) und an das schwedische Eisenbahnnetz (1881).

Während des Zweiten Weltkriegs war Trondheim von April 1940 bis zum Ende im Mai 1945 von deutschen Truppen besetzt (Operation Weserübung). Bereits vor dem Krieg wurde von deutschen Strategen die militärische Bedeutung der Städte an der norwegischen Küste diskutiert, und bald nach Kriegsbeginn gab es Pläne für ein "Neu Drontheim", eine Marinebasis. Von dieser Zeit zeugen noch zum Beispiel Fundamente von Fliegerabwehrkanonen sowie die beiden U-Boot-Bunker Dora 1 und Dora 2.

Sehenswertes [Bearbeiten]

Festung Kristiansten
Festung Kristiansten

Zwei der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Norwegens stehen in Trondheim. Der Nidarosdom und der Palast des Erzbischofs befinden sich direkt nebeneinander am Rande der Altstadt. Der Dom ist auch heute noch das geistliche Zentrum Norwegens und alle königlichen Krönungszeremonien finden dort statt.

Im Fjord liegt vor der Hafeneinfahrt der Stadt die kleine Insel Munkholmen. Zur Zeit der Christianisierung Norwegens wurde darauf ein Kloster erbaut, das später auch als Munitionslager und Gefängnis benutzt und entsprechend adaptiert wurde. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurden auf der Insel Fliegerabwehrkanonen errichtet, deren Reste und Fundamente heute noch zu sehen sind. Im Sommer fährt halbstündlich ein Ausflugsboot von der Ravnkloa am Ende der Munkegata im Hafen Trondheims zur Insel, die die Norweger gerne zum Sonnenbaden und Schwimmen nutzen.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Fernsehturm Tyholttårnet mit einer Aussichtsplattform und einem drehenden Restaurant, die alten Speicherhäuser am Nidelva, die Holzbrücke Gamle bybro und die Festung Kristiansten auf einer Anhöhe unweit der Altstadt.

Wissenswertes [Bearbeiten]

Trondhjems Adresseavis vom 17. Mai 1905
Trondhjems Adresseavis vom 17. Mai 1905

Die Lokalzeitung Adresseavisen ist die älteste Tageszeitung Norwegens (gegründet 1776).

Die Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens (NTNU, norw.: Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet) ist mit zirka 20.000 Studenten die wichtigste Universität des Landes und verleiht Trondheim durch den durch sie verursachten niedrigen Altersdurchschnitt der Bevölkerung ein besonderes Flair. Diese Universität, mehrere Hochschulen und Forschungsinstitute wie SINTEF machen Trondheim zu einem der bedeutendsten Forschungs- und Studienorte Skandinaviens. Insgesamt gibt es in Trondheim etwa 30.000 Studenten.

Sport [Bearbeiten]

Trondheim ist die Heimat des sowohl national als auch international erfolgreichen Fußballvereins Rosenborg. Einmal im Jahr macht hier auch der Skisprung-Weltcup Station. Die Sprungschanzen stehen am Granåsen – einem Berg südwestlich der Stadt.

Verkehr [Bearbeiten]

Der ÖPNV wird in Trondheim von der privaten Straßenbahn AS Gråkallbanen und dem städtischen Busunternehmen TT betrieben. Trondheim ist Anlegestelle der Schiffe der Hurtigruten und einer Katamaranfähre für den Personentransport, die mehrmals täglich eine schnelle Verbindung nach Kristiansund bietet. Der Flughafen Trondheim-Værnes zählt zirka 2.100.000 Fluggäste pro Jahr. Trondheim ist Endstation der Dovrebahn, die Trondheim mit Oslo verbindet, und der Bahnstrecke Sundsvall–Trondheim (Meråkerbahn).

In Trondheim existiert ein Fahrradlift, der es erlaubt, Radfahrer einen Hügel hochzuziehen. Der innerstädtische Verkehr wird zudem unterstützt durch eine Reihe Stationen für Stadtfahrräder (Bysykkel), ähnlich denen in Helsinki. In einem Wahlkampf wurde diskutiert, ob der Bau einer Seilbahn vom Zentrum nach Byåsen, einem höher liegenden Stadtteil, sinnvoll wäre; die Idee wurde aber nicht in die Realität umgesetzt.

Fahrradlift in Trondheim
Talstation
Talstation
Bergstation
Bergstation
Blick von oben zur Talstation
Blick von oben zur Talstation

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]

  • Trondheim ist der Geburtsort des 6-fachen FIA Rallycross-Europameisters Martin Schanche , der in Norwegen selbst (laut Zeitung Verdens Gang) zu den 10 bekanntesten Personen des Landes zählt.
  • Darüber hinaus ist Trondheim auch der Heimat- und Wohnort des 4-fachen FIA Rallycross-Europameisters Eivind Opland .
  • Die Schauspielerin Liv Ullmann besuchte in Trondheim die Schule.
  • Die norwegische Jazz-Rock-Band Dadafon wurde in Trondheim gegründet, noch heute hat sie dort ihr eigenes Studio.

Weitere bekannte Trondheimer sind:

Siehe auch [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Commons
Commons: Trondheim – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
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